Burggraf Jucky I. aus dem edlen Geschlecht der Barenländer

 

Gratulationen hat Jucky I. (Jürgen Meyers) zahlreich entgegengenommen, doch zuvor sprach der neue Stolberger Burggraf selbst den Gästen einen Glückwunsch im Rittersaal des Wahrzeichens der Kupferstadt aus: „Ich gratuliere Ihnen herzlich dazu, Zeitzeugen eines geradezu historischen Jahres zu sein“, meinte Jucky I. und erklärte: „Zum ersten Mal in 82 Jahren nach der erzwungenen Übernahme der Gemeinde Büsbach durch die Stadt Stolberg ist es geschehen, dass die beiden höchsten nicht-politischen Ämter der Stadt – der Prinz und der Burggraf – aus dem edlen Geschlecht der Barenländer stammen.“

Daraus zog der Büsbacher ein klares Fazit: „Das nenn' ich dann mal erfolgreiche Integration.“ Als der neue Burggraf sich den Jecken vorstellte, erläuterte er unter anderem, warum er „Jucky“ und „Gucky“ genannt werde. Denn eigentlich hätten seine Eltern sich am Freitag seiner Geburt auf den Namen „Günter“ für den Sprössling geeinigt. Am folgenden Montag aber, einigten sich sein Vater und der Standesbeamte auf den Namen „Jürgen“. Inwieweit das dazwischenliegende und durchzechte Wochenende dabei eine Rolle gespielt habe, gehe aus den Unterlagen im Stadtarchiv nicht hervor, aber vermutlich war es so.

Dieses „erste Chaos“ in seinem Leben lobte Jucky I. ausdrücklich, sollten doch noch weitere folgen. So richtete der Burggraf den „Appell“ an die Jecken im Rittersaal: „Chaos wollen Sie? Nicht verzagen – Jucky fragen!“ Für seine heitere Rede erhielt der „Earl of Coppercity Castle“ viel Applaus, und schon vor dem eigentlichen Burggrafenfest unter der Schirmherrschaft der Ersten Großen KG sorgte Jucky I. für Furore: Mit seinem Hofstaat aus Gardisten der Stolberger Karnevalsgesellschaften, den Gressenicher Blasmusikanten, den ehemaligen Burggrafen und dem Kupferstädter Prinzen Axel I. (Wirthmüller) samt Hofstaat zog der Burggraf durch die Altstadt hinauf zum Stolberger Wahrzeichen.

Vor der Burg wartete bereits die KG Büsbach, die für ihr Ehrenmitglied Jucky I. Spalier stand. Nachdem der Burggraf im Rittersaal von Michael Bartz, Präsident der Ersten Großen, inthronisiert worden war, und Komitee-Präsident Josef Behlau ihm gratuliert hatte, war es dann zunächst auch an der „Heim-KG“ von Jucky I., das Programm zu gestalten. Und die KG Büsbach bot alles auf, was sie ausmacht, inklusive der Kindertollität des Barenlandes, Büsbachs erster Eisprinzessin Helena I. (Rombach) – und das obwohl die „Bareschesser“ selbst nur wenig später ihr großes Kinderkostümfest im Barenland feierten.

Die KG-Büsbach-Präsidentin brachte es auf den Punkt: „Jucky, deine Mannschaft, die steht hier, und wir sind sehr stolz darauf, dass du heute als Burggraf hier sitzt“, sagte Ute Schartmann und hatte die erste Überraschung für den Burggrafen im Gepäck. Sie überbrachte Jucky I. einen besonderen Freifahrtschein. Da der Burggraf auch der Erfinder des Büsbacher Vatertagsfests „Back to Bollerwagen“ ist, ist er von seiner KG herzlich eingeladen, im närrischen Umzug im Barenland am Karnevalssonntag mitzufahren. Und zwar in seinem eigenen Bollerwagen, den das Wagenbauteam der KG Büsbach schon vorbereitet hat.

Für die Riege der ehemaligen Burggrafen überreichte Roland Fuchs Jucky I. ein „Standeshemd“, und für die nächste Überraschung sorgte der Burggraf selbst, indem mit graziler Eleganz einen Tanz aufs Parkett legte – mit seiner Vorgängerin Birgit I. Hennecken-Vaßen, der ersten Burggräfin in der jecken Historie Stolbergs. Hennecken Vaßen moderierte auch mit ihrem Ehemann André Hennecken, ebenfalls ehemaliger Burggraf, das gelungene und stimmungsvolle Fest, bei dem es eine weitere Überraschung gab, die aus dem Engagement von Jucky I. für den Radsport resultierte.

Ehemalige Weggefährten und Rennfahrer des Stolberger Profi-Radsportteams machten in Trikots ihre Aufwartung, und ein Ex-Fahrer sagte: „Jucky kam als Sponsor und ging als Freund, er hat es gut mit uns gemeint.“ Mit „Jucky ist ein guter Mann, er schaffte für uns Hühner ran“, spielten die Radfahrer auf die Hühner-Hypnose an und einen Vorfall, der dem Stolberger Team internationale Berühmtheit im Profi-Fahrerfeld beschert habe. Denn als Jucky I. bei einer Rundfahrt abends im Hotel versucht habe, einen Hahn zu hypnotisieren, sei das Tier ausgebüxt und habe eine Hochzeitsfeier aufgemischt.

Anschließend brachten die „Karamba Männcher“ beste Stimmung in den Rittersaal, und zwei absolute närrische Highlights ließen den Rittersaal samt Burg in ihren Grundfesten erzittern, als zwei weitere in Büsbach lebende jecke Würdenträger bejubelt wurden: Sowohl der Stolberger Karnevalsprinz Axel I. mit seinem Hofstaat und der Ersten Großen KG, als auch der Brander Bürgerprinz Ralf IV. (Hamacher) mit der KG Brander Stiere begeisterten die gut gelaunten Gäste im Rittersaal.

Fotos vom Burggrafenfest gibt es unter "Bilder".